Dienstag, Mai 31, 2005

Suresh

Suresh ist im Moment in Indien, weil seine Mutter gestorben ist. Er kommt aber wohl irgendwann naechste oder uebernaechste Woche wieder nach Amman.

Bei den Indern ist das mit den Visa scheinbar nicht so einfach. Er versucht jedenfalls schon seit Monaten fuer seine Familie (Frau und zwei Kinder) ein Visum zu bekommen, aber immer noch erfolglos.
Suresh kommt aus Suedindien, dort wo man zum Essen eher Reis als Brot isst. In Indien gibt es ungefaehr 26 verschiedene Provinzen, die alle ihre eigene Sprache sprechen. Hindi ist zwar die Landessprache, aber wird wohl von vielen Indern nicht gesprochen, gerade in laendlichen Gebieten. Am besten verstaendigt man sich also auf Englisch, auch die Inder untereinander. In Firmen wird ohnehin nur englisch gesprochen.
Verstaendlicherweise sind die Inder daher immer wieder von meinem mickrigen Schulenglisch verwirrt...

Kunal

Tja, Kunal kennt ihr ja bereits. Ich habe heute gerade seine letzten Programmzeilen entsorgt. Tut mir leid.

Er hat ja S1 bereits den Ruecken gekehrt und versucht sein Glueck nun in Singapur zu finden.
Generell wechseln die Inder sehr haeufig ihren Arbeitgeben. Der Grund ist einfach: Man bekommt jedesmal mehr Geld und wenn man sein Gehalt verdoppeln moechte, muss man nur oft genug den Arbeitgeber wechseln. Am besten mehrmals im Jahr.
Meistens sind nach zwei Jahren alle Mitarbeiter komplett ausgetauscht, so dass man sich ausmalen kann, wie toll dort die Softwareentwicklung funktioniert.
Die meisten der indischen Programmierer bei S1 haben zuhause diverse Angestellte, so dass selbst unser Project-Supervisor etwas neidisch war, als die Programmierer nach Feierabend dann von ihrem persoenlichen Fahrer abgeholt wurden.

Kuechenvergleich

Ich bin ja ein Kuechenmensch, sitze also gerne in der Kueche rum (und bevorzugt in welchen mit Umlauten, aber hier gibt es einfach keine). Leider ist die Kueche hier total ungemuetlich...

...im Vergleich zu meiner Kueche daheim:

Dafuer ist es hier nicht so unordentlich. Aber das bekommen wir schon noch hin, denke ich.

Mark

In meiner Vorstellungsrunde ist nun mein lieber Projektleiter Mark an der Reihe, mit dem ich ja zur Zeit das Appartment teile:

Er stammt aus England (irgendwo bei Winchester) und hat das unangenehme Los gezogen, mehr oder weniger seine gesamte Zeit hier in Amman zu sein.
Immerhin spricht er schon ein paar Woerter arabisch und kann damit den ein oder anderen Taxifahrer erheitern.
Als ich mit ihm in Muenchen war, um das erste Training vorzubereiten, wurde ich im Hotel ploetzlich immer auf Englisch angesprochen. Ich vermute, der Grund ist, dass er Leary mit Nachnamen heisst und wir als "Leary und Florey" von den Hotelangestellten quasi nicht mehr zu unterscheiden waren.
Mark arbeitet fuer meinen Geschmack auch zu hart, aber es scheint ihm zu gefallen, da will ich mich nicht weiter einmischen. Meeting hier, Conference-Call dort (also: Sitzung hier, Konferenzschaltung dort). Das Leben eines Projektleiters eben.
Er zettelt abends gerne politische Diskussionen ueber Gott und die Welt an, ist eigentlich immer ganz spannend.
Zudem geht er auch vorher stets zu einem der Laeden, die hier alkoholische Getraenke verkaufen und verprasst dort seine Spesen fuer das Allgemeinwohl. Sehr loeblich!

Damascus

Heute ging es in eines meiner liebsten Restaurants zur Mittagszeit: In das Damascus.

Dieses Bild stammt von einem meiner letzten Besuche, es hat sich aber bis auf die Temperaturen in der Zwischenzeit kaum etwas veraendert. Im Moment sind hier so etwa 25-30 Grad tagsueber, eigentlich recht angenehm. Dazu stets eine frische Brise Benzol.
Wer den Duft von Amman einmal selbst geniessen moechte, der kann das ganz einfach tun: Man stelle sich auf dem Dom direkt neben die Kartbahn und atme mit geschlossenen Augen ganz tief ein. Auf der Taxifahrt zum Buero heute morgen ist mir aufgefallen, dass auch sonst Wert darauf gelegt wurde, Amman das Flair einer Kartbahn zu geben: Der Kanntstein ist Formel1-maessig gelb-schwarz gestrichen und auch die Drive-In Restaurants orientieren sich am Design der Boxengasse. Ich werden mal Fotos dazu nachreichen.
Aber zurueck zum Damascus: Selbst die Libanesen gehen dort wegen des guten Essens zaehneknirschend hin, obwohl sie ja die Syrer hassen wie die Pest und dort bekanntlich die Stadt liegt, deren Namen dieses Lokal ziert.
Es hat zwar in etwa den Charme einer Doenerbude...

...aber das Essen ist gar nicht uebel.
Ich habe mir einen gruenen Salat bestellt und meinen Kollegen Larry gezwungen, sich einen tuerkischen Salat (scharf!) zu bestellen, weil man da prima das Brot reintunken kann.
Dazu zerkleinertes Huhn vom Grill und eine Protest-Pepsi.


Bei dieser Gelegenheit kann ich Euch einmal einen meiner Arbeitskollegen vorstellen: Larry. Er kommt von den Philippinen und heisst eigentlich Laurencio, aber das kann sich keiner merken, deshalb einfach: Larry.

Larry arbeitet eigentlich in Singapur, wurde aber hier nach Amman verschifft, um das Teller-Team zu betreuen. Teller ist die Schalter-Kasse-Anwendung von S1.
Er arbeitet immer bis tief in die Nacht, weil er auch gerne zu viele Versprechungen macht. Dabei kennt man ja den Trick: Immer behaupten: "Das wird nie was" oder wenigstens die Stirn in Falten legen und sagen: "Uiuiuiui, das klingt kompliziert. Ob das man was wird!". Wenn man dann irgendwann irgendetwas hinbekommt, sind alle dankbar. Wenn man dagegen gleich sagt: "Klaro, kein Problem" oder besser noch "Das bekommen Sie bei uns Out-Of-The-Box", dann gibt es immer Aerger, auch wenn man ganz toll und schnell was hingebaut hat. Dauert ja sowieso immer laenger, als man am Anfang denkt.
Larry heisst bei uns eigentlich nur noch der "One JD man", weil er nach vermehrtem Alkoholkonsum gerne in weinerlichem Ton mit dem Taxifahrer waehrend der Fahrt um die zu zahlende Summe feilscht. Sein Ziel ist stets die besagt Summe, meist gibt er aber irgendwann auf und schmiegt sich mit seinem Kopf an die starke Schulter des Taxifahrers.

"Bin ich schon drin?"

Toll, ich suche gerade auf meinem Laptop nach einigen alten Bildern, um meinen kommenden Eintrag zu verfeinern und stosse dabei auf dieses Kleinod:
Wer die Anweisungen auf dem Schirm genauestens befolgt, kann - eine gueltige Internetkarte vorausgesetzt - im Marriott-Hotel, wo ich meine ersten Amman-Aufenthalte abgesessen habe, vom Zimmer aus in's Internet und dann wie einst Boris Becker entzueckt ausrufen: "Bin ich schon drin?"

Alltag

Gestern bin ich ganz harmlos in unserer Wohnung geblieben und zwar gleich aus mehreren Gruenden:
Zum einen hatten mich die Jungs aus Muenchen gebeten, noch etwas fuer das AWD-Projekt zu bauen, zum anderen funktioniert endlich das warme Wasser (Juchhu!), so dass ich mich der Koerperpflege hingeben konnte.
Ich wurde dementsprechend heute im Buero auch mit freudigen Ausrufen wie "Oh, das Wasser geht wieder?" begruesst. Vielleicht war mein Eigengeruch und auch das aeussere Erscheinungsbild doch nicht so attraktiv wie ich mir das eingebildet hatte.
Heute morgen habe ich erst einmal geschaut, ob sich irgendetwas bezueglich der Baugrube hinter dem Haus getan hat. Aber: Alles immer noch grau, Bube. Da stehen jetzt lediglich ein paar Tanklaster herum und wild gestikulierende Einheimische waren zu erkennen. Vielleicht freuen die sich schon auf die kommende Tankstelle? Keine Ahnung:

Auf der anderen Seite, also vor dem Eingang unseres Hauses befindet sich uebrigens ein riesiger Parkplatz, der allen Autofahrern in Eimsbuettel Freudentraenen entlocken wuerde. Ich besitze ja nur ein Fahrrad (was mir hier drueben uebrigens keiner glaubt, alle denken ich mache Witze), aber fuer die Autofahrer daheim habe ich trotzdem einmal ein Foto von diesem Prachtstueck geschossen:

Gestern fragte mich Mark, ob ich nicht doch noch laenger fuer das Jordanienprojekt arbeiten wolle. Er hatte die Idee, mich fuer eine oder zwei Wochen nach Amerika zu den Kernentwicklern zu schichen, so dass ich dann fuer ihn in Hamburg eine Produkterweiterung zu bauen in der Lage waere. Klingt ganz gut: Die komischen Einwohner der USA wollte ich mir schon immer einmal aus der Naehe ansehen und in Hamburg in meiner Kueche arbeiten, finde ich ja sowieso gut.
Erstaunlich, was einem so angeboten wird, wenn man einfach nur sagt, dass man nicht mehr arbeiten will... Verdammt clevere Strategie, sollte ich vielleicht mal der angehenden Kanzlerin Angela vorschlagen, um das Problem der Arbeitslosen in den Griff zu bekommen (man merkt, die Arbeit hier drueben besteht wie auch zu Hause zum grossen Teil aus Spiegel-Online lesen, daher bin ich wie immer absolut auf dem Laufenden).
Da es also absolut nicht spannenden zu berichten gibt, kann ich Euch ja mal an meinem langweiligen Alltag teilhaben lassen:
Also, nachdem man hier im Buero ankommt, macht man sich ersteinmal einen Kaffee. Dazu wird einer der bereits erwaehnten aufgeschaeumten Einweg-Plastikbecher verwendet und mit einem Einweg-Plastikloeffel etwas Instant-Kaffee und Milchpulver eingefuellt. Jeder Tag werden auf diese Weise Unmengen dieser Becher und Loeffel vernichtet:

Anschliessend wird dann etwas heisses Wasser aus dem Wasserspender hinzugefuegt...

...fertig.
Gestern habe ich angefangen, mir die Sachen von dem Inder einmal naeher anzugucken. Meine Ehrfurcht und Angst vor den programmierenden Massen aus Indien ist daraufhin noch weiter gesunken. Was der da in ungefaehr acht Wochen verzapft hat, habe ich gestern komplett neu gebaut... insgesamt so ungefaehr 50 Programmzeilen. Naja, er hat auch noch einige Zeit damit verbracht, alles toll zu dokumentieren und zudem haessliche PowerPoint-Praesentationen zu erstellen, in dem sein Werk fuer die Bank angepriesen wird. Funktionierte nur eben leider trotzdem nicht.
Ob das also eine tolle Idee ist, dass alle Firmen ihre Softwareentwicklung nach Indien verlagern, wage ich dementsprechend zu bezweifeln.
Ich will mich aber gar nicht beklagen, denn der eine der Inder ist sehr lustig und kocht gut und gerne, von daher bin ich persoenlich ein Freund der Globalisierung ;-)

Montag, Mai 30, 2005

Tolle Schuhe

Ich habe heute nacht superbeschissen geschlafen, wobei: Eigentlich habe ich gar nicht geschlafen, also. Dafuer habe ich jetzt herausgefunden, dass die Schnellstrasse neben meinem Bett so zwischen Mitternacht und ungefaehr fuenf Uhr frueh recht wenig befahren ist. Da sollte man sich also tunlichst schon in der Tiefschlafphase befinden. Gegen fuenf Uhr fangen dann komische Voegel auf dem Dach ueber meinem Bett an herumzuhuepfen.
Ich dachte erst, Ratten seien am Werk, aber es scheint sich doch um eine besondere Vogelart zu handeln, die es zudem schafft, in Benzol-City zu ueberleben.
Als ich dann letzenendes wohl oder uebel mein Bett komplett verschwitzt verlassen hatte, war Mark schon weg und ich bin ein wenig unbekleidet im Appartment umhergewandert und dann erstmal auf Klo gegangen. Waere ja nicht weiter erwaehnenswert, wenn nicht inmitten des Vollzugs ploetzlich die Tuer unserer Wohnung aufgegangen waere und ich einem verdutzten arabischen Handwerker gegenueberstand bzw. sass.
Na, er wieder raus, ich schnell was angezogen und so. Dann ohne die geringste Koerperpflege ab in's Buero.
Habe heute uebrigens die bequemen und zudem extrem hippen Turnschuhe angezogen:

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass ich heute in die frittenfreie Zone des beliebten Stadtteils Al Shmeisani vordringen konnte und bei "Mankal Tikka Chicken" gespeist habe:

Es gab einen kerngesunden griechischen Salat, sowie zwei Stueck Tikka Chicken an Byriani-Reis mit scharfer Sosse:

Romero

Meinen gestrigen Arbeitstag habe ich so gegen halb sieben beendet. Die anderen Jungs und Maedels hier werden gezwungen, jeden Tag so bis um neun oder zehn zu arbeiten. Aber nicht mit mir!
Um nach Hause zu kommen, habe ich mir von Mark die Adresse unseres Appartments in meinen kleinen Amman-Stadtplan einzeichnen lassen, weil ich dem Taxifahrer auf diese Weise klar machen wollte, wo er mich hinbringen sollte.
Als ich im Taxi sass, stellte ich nach langem Suchen fest, dass ich alte Knallbirne den Stadtplan oben im Buero vergessen hatte. Weil ich mir die Adresse ohnehin nicht merken konnte, blieb mir nichts anderes uebrig, als Mark anzurufen und dem Taxifahrer mein Handy in die Hand zu druecken, damit Mark ihm die Zielkoordinaten durchgeben konnte. Die Taxifahrer sprechen hier zumeist kein englisch oder nur sehr rudimentaer, aber irgendwie klappte es und ich wurde komfortabel heimgebracht.
Nach kurzem rumliegen auf dem Sofa ging es aber auch schon wieder zurueck zum Le Meridien, wo ich mich um acht im Foyer mit den anderen S1-ern verabredet hatte.
Das Le Meridien, in dem ich bei meinem letzten Aufenthalt fuer drei Wochen gewohnt habe, hat ein riesiges Foyer das liebevoll beschallt wird von einer blondierten Pianistin und einer absolut untalentierten Geigerin. Wahrscheinlich hat die irgendeine Pruefung an ihrer Hochschule im warsten Sinne des Wortes vergeigt und muss jetzt zur Strafe fuer den Rest ihres Lebens Abba und andere Hits im Foyer des Hotels fiedeln.
Nach dem Konsum einer kleinen Flasche Heineken sind wir dann im Taxi zum Romero, einem wirklich exzellenten italienischen Restaurant. Dort kann man jetzt auch draussen sitzen, zwischen allerlei Gruenzeugs, sehr angenehm.

Es gab - wie immer wenn wir dort sind - einheimischen Wein aus dem heiligen Land und allerlei Salate, Vorspeisen und gutes Essen.
Es ging dann auch gleich kommunikativ zur Sache: Der Project-Supervisor musste sich ersteinmal ein wenig als Alphatierchen profilieren und hat ueber die grossartige Partnerstrategie der Firma philosophiert: Man muss einfach immer nur die Besten der Besten von den Partnerfirmen wie etwa Accenture anheuern, in fiesen Auswahltests unter Zeitdruck aussieben und Lastwagenweise zu den Projekten karren, dann laeuft alles wie am Schnuerchen. Ich fand die Idee etwas schwach, weil das ja nicht gerade von Naechstenliebe zeugt und ich ja persoenlich eher ein Freund des harmonischen miteinanders bin, aber zum Glueck kann ich gefahrlos gegenanpoebeln, weil ich ja als Programmiererwurst nicht als natuerlicher Feind wahr- oder ernstgenommen werde.
Der Abend wurde dann aber immer netter, auch dank des Weines und einiger Sambuca, die uns spendiert wurden und schliesslich gings im Taxi heim.

Sonntag, Mai 29, 2005

Legebatterie

Das schoene Buero in der Bank moechte ich natuerlich niemandem vorenthalten:

Fritten

Wer's noch nicht weiss: Das jordanische Nationalgericht sind Fritten. Gibt's zu allem und zu jeder Gelegenheit.
Normalerweise laufe ich ja aus Frittenvermeidung mittags gerne viele Kilometer zu Fuss, auf der Suche nach einem Etablissement, wo frittenfreies Essen feilgeboten wird. Leider habe ich gestern den Fehler gemacht, relativ neue und bisher beinahe unbenutzte Schuhe einzupacken:

Meine bisherigen feinen Schuhe haben naemlich neuerdings leider einen Defekt an der Sohle (seit Sven mich zum Fussballspielen gezwungen hat) und dort sammelt sich seither mit Vorliebe Hundestuhl.
Die neuen Schuhe haben meinen Aktionsradius zur Mittagszeit durch Hackenschmerzen gen Null reduziert, so dass ich im hier im Bankgebaeude essen war. Fritten mit...

...einem herrlichen Chickenburger.
Im Vordergrund zu erkennen ist uebrigens die jordanische Form des Protests gegen die gemeinen Amerikaner: Hier wird Pepsi statt Coke getrunken. Da bleibt mir nur sagen: go create resistence!
Die Amis sollten sich bei dieser ausgefuchsten Form des Widerstands schon mal ganz warm anziehen. Schoen zu erkennen ist hier der Abreissverschluss, der einem ja sofort Traenen der Nostalgie in die Augen schiessen laesst.
Das Essen wurde von mir auf der Terasse des hauseigenen Schnellrestaurants eingenommen, quasi eine Neuentdeckung, denn diese war bei meinen letzten Besuchen noch nicht geoeffnet. Der Jordanier versteht es auch hier, es sich behaglich zu machen, liegt doch dieses Schmuckstueck von Veranda wieder einmal... direkt an einer Schnellstrasse.
Um einen kleinen Eindruck von der romantischen Atmosphaere zu vermitteln, habe ich ein paar Impressionen eingefagen.

Ganz nebenbei: Der eine Inder, der hier im Januar und Februar auch fleissig mitgebastelt hatte, hat gekuendigt und relativ viel Quellkot hinterlassen und oh Wunder: irgendetwas funktionuckelt nicht so richtig. Ich habe jetzt die undankbare Aufgabe, mich durch seine geistigen Exkremente zu wuehlen und es wieder zu richten. Immer das gleiche... aber immerhin wird hier meine Lebenszeit in relativ viel Geld konvertiert, so dass ich mich gar nicht beklagen will (falls das so klang).

Wieder in Amman... wieder daheim?

Da bin ich also wieder: Sitze an meinem PC in der Housing Bank, vermisse die Umlaute auf der Tastatur und habe mir gerade meinen ersten Kaffee in einem dieser aufgeschaeumten Becher zubereitet, die man bei uns schon sein den 80ern nicht mehr findet.
An diesem Land ist diese Epoche jedenfalls spurlos vorbeigegangen: Bei McDonalds wird jeder Burger noch liebevoll in einen aufgeschaeumten Plastikkarton verpackt und auch sonst wird mit Plastikverpackung nicht gegeizt. Nach jedem Essen wird ein entsprechender Plastikberg ohne mit der Wimper zu zucken in den Muelleimer befoerdert. Die Coladosen haben auch noch diesen total coolen Fuss-am-Strand-Aufschlitz-Verschluss, keine Ahnung warum sich die globalisierte Getraenkewirtschaft die Muehe macht, zwei Modelle herzustellen - vermutlich sind die Abreissdinger billiger.
Ich habe heute meine erste Nacht in dem neuen S1-Appartment verbracht! Es ist genau so, wie ich mir das schon ausgemalt hatte als ich erfuhr, dass wir diesmal nicht im Hotel wohnen muessen, sondern eine funky WG haben, quasi die Kommune S1 ;-)
Das Haus liegt - zielsicher ausgesucht - direkt an einer Schnellstrasse. Neben dem Haus ist jetzt auch eine frische Baugrube zu sehen, so dass vermutlich schon bald B-B-B-B-Bernhard mit seinem Presslufthammer anrueckt, um das ganze noch im Detail zu verfeinern. Mark meinte dazu lediglich: Die war letzte Woche noch nicht da. Na, er hat das Spitzenappartment ja auch mit Kennerblick ausgewaehlt.
Sein Hauptaugenmerk (und da ist er bei den Einheimischen wohl auf offene Ohren gestossen) lag auch vielmehr auf der Riesenglotze mit Satellitenreceiver, die nagelneu im Wohnzimmer funkelt:

Der Rest funktioniert allerdings noch nicht, musste kalt duschen heute morgen. Das Klo ist auch irgendwie ausgelaufen und die Kuechengeraete lassen sich nicht anschliessen, weil die Stecker (mal wieder) nicht zu den Steckdosen passen.
Habe mir jedenfalls gleich das Maedchenzimmer mit den rosa Bettbezuegen geschnappt, gleich neben dem Jungs-Badezimmer in blau:



Ich muss mal sehen, wenn es zu schlimm wird mit der Autobahn vor'm Bett, dann ziehe ich vielleicht in das andere S1-Appartment um. Es gibt naemlich zwei: Eines fuer Suresh (einen der Inder), der schon seit Monaten versucht, ein Visum fuer seine Familie zu ergattern und dort mit seiner Brut hausen soll und eines fuer den Rest.
Im Moment wohnt Larry in dem anderen Appartment alleine und Mark und ich in dem Grossen (wir haben drei Badezimmer, vier Schlafzimmer und ein riesiges Wohnzimmer, sowie eine Art Wintergarten):

Der Flug in der Business-Class war uebrigens sehr angenehm, ich nehme allerdings an, dass der Herr neben mir ein wenig von mir genervt war: Man hat naemlich sechs Knoepfe am Sessel, mit denen man allerlei anstellen kann (Sitz kippen, Fusserweiterung rein- und rausfahren, ein Kissen in der Lehne aufpusten, Sitz verlaengern und so weiter) und zudem noch einen Flachbildschirm, den man aus der Armlehne herauskramen kann. Ich konnte mich wie immer nich entscheiden und habe den Bildschirm bestimmt fuenf mal rein und rausgefummelt und den Rest der Zeit meinem Sessel justiert. Das eigentliche Pflichtprogramm in der Business-Class (sich moeglichst die teuersten alkoholischen Freigetraenke in die Birne zu kippen) habe ich mir allerdings verkniffen.
Heute morgen musste ich ja wie bereits beschrieben kalt duschen und war ohnehin etwas fertig mit der Welt nach der Nacht an der Schnellstrasse. Habe micht als Ausgleich extra fein gemacht und mir ein Hemd angezogen, hier der Beweis:

Wer sich wundert, warum ich am Sonntag schon so frueh auf den Beinen bin, sollte wissen, dass hier zum einen am Sonntag gearbeitet wird, dafuer wird hier der Freitag woertlich genommen und die Uhr ist hier immer schon eine Stunde weiter. Abgesehen davon war ich tatsaechlich schon kurz vor neun im Buero und zwar nach lokaler Zeit!

Soeben ist der neue Project-Supervisor von S1 aus Holland eingetroffen, na der wird hier bestimmt alles binnen Sekunden in Ordnung bringen, wie es aussieht. Leicht unsicherer Blick beim Begruessen der verschleierten Damen - der ist offensichtlich zum ersten Mal hier.

Freitag, Mai 27, 2005

Ich bin so leicht zu erheitern

Morgen fliege ich wieder nach Amman, diesmal über London.
Bei meiner letzten Reise im April bin ich ja über Wien geflogen, wo ich mir stilecht eine Wiener Melange gegönnt habe.
Da mein englischstämmiger Projektleiter morgen auch nach Amman fliegt, werden wir das gleiche Fluggerät für die Anreise verwenden.
Ich hatte mir schon im Vorfelde überlegt, dass es ein großer Spaß wäre, auf eigene Rechnung auf die Businessclass upzugraden (gibt's dafür ein deutsches Wort? Keine Ahnung), so dass Mark aus der Holzklasse zusehen müsste, wie ich von den Stewardessen nach Strich und Faden verwöhnt werde.
Und jetzt kommt die Pointe: Soeben stellte ich fest, dass die Dame in München, die für die Flüge zuständig ist, mir für die Hinreise anscheinend Businessclass buchen musste - wahrscheinlich waren alle normalen Plätze schon weg :-)

Slide Artikel veröffentlicht

Heute habe ich das Belegexemplar des Java-Magazins erhalten, in dem mein Artikel zu Slide veröffentlicht worden ist.
Das war eigentlich ganz amüsant: Ich hatte dem Verlag letztes Jahr die Rohversion des Artikels geschrieben und dann nichts mehr von denen gehört. Irgendwann kam eine Mail, ob ich nicht einen Artikel über irgend so ein Eclipse Plugin von der Firma S&N schreiben wolle. Ich schrieb zurück, wie das denn mit meinem Artikel sei den ich bereits geschrieben hatte, weil ich ja gerne herausfinden wolle, wie viel Aufwand es so insgesamt wäre, einen Artikel zu schreiben.
Daraufhin schrieb mir der Redakteur zurück, dass der Artikel bereits im Druck sei :-)
Naja, jetzt haben die jedenfalls meine Rohversion eins zu eins veröffentlicht. Etwas peinlich, aber vielleicht war er auch so toll, dass keine Verbesserungen mehr möglich waren ;-)
Wie dem auch sei, das Magazin liest ja privat eh kein Schwein, allerdings haben es verdächtig viele Firmen abonniert.

Dienstag, Mai 17, 2005

Hannover

Mein erster Einsatz führte mich schon im August des letzten Jahres nach Hannover zu einem berüchtigten Finanzoptimierer (näheres hier).
Diese Zeit habe ich schon fast erfolgreich verdrängt, hier meine vagen Erinnerungen in Bildform:

Donnerstag, Mai 12, 2005

Mein eigenes Weblog

Eigentlich wollte ich dieses Weblog ja mit meinem Start in die Selbständigkeit starten...
Aber besser spät als nie, also:
Hier ist es!