Da bin ich also wieder: Sitze an meinem PC in der Housing Bank, vermisse die Umlaute auf der Tastatur und habe mir gerade meinen ersten Kaffee in einem dieser aufgeschaeumten Becher zubereitet, die man bei uns schon sein den 80ern nicht mehr findet.
An diesem Land ist diese Epoche jedenfalls spurlos vorbeigegangen: Bei McDonalds wird jeder Burger noch liebevoll in einen aufgeschaeumten Plastikkarton verpackt und auch sonst wird mit Plastikverpackung nicht gegeizt. Nach jedem Essen wird ein entsprechender Plastikberg ohne mit der Wimper zu zucken in den Muelleimer befoerdert. Die Coladosen haben auch noch diesen total coolen Fuss-am-Strand-Aufschlitz-Verschluss, keine Ahnung warum sich die globalisierte Getraenkewirtschaft die Muehe macht, zwei Modelle herzustellen - vermutlich sind die Abreissdinger billiger.
Ich habe heute meine erste Nacht in dem neuen S1-Appartment verbracht! Es ist genau so, wie ich mir das schon ausgemalt hatte als ich erfuhr, dass wir diesmal nicht im Hotel wohnen muessen, sondern eine funky WG haben, quasi die Kommune S1 ;-)
Das Haus liegt - zielsicher ausgesucht - direkt an einer Schnellstrasse. Neben dem Haus ist jetzt auch eine frische Baugrube zu sehen, so dass vermutlich schon bald B-B-B-B-Bernhard mit seinem Presslufthammer anrueckt, um das ganze noch im Detail zu verfeinern. Mark meinte dazu lediglich: Die war letzte Woche noch nicht da. Na, er hat das Spitzenappartment ja auch mit Kennerblick ausgewaehlt.
Sein Hauptaugenmerk (und da ist er bei den Einheimischen wohl auf offene Ohren gestossen) lag auch vielmehr auf der Riesenglotze mit Satellitenreceiver, die nagelneu im Wohnzimmer funkelt:

Der Rest funktioniert allerdings noch nicht, musste kalt duschen heute morgen. Das Klo ist auch irgendwie ausgelaufen und die Kuechengeraete lassen sich nicht anschliessen, weil die Stecker (mal wieder) nicht zu den Steckdosen passen.
Habe mir jedenfalls gleich das Maedchenzimmer mit den rosa Bettbezuegen geschnappt, gleich neben dem Jungs-Badezimmer in blau:


Ich muss mal sehen, wenn es zu schlimm wird mit der Autobahn vor'm Bett, dann ziehe ich vielleicht in das andere S1-Appartment um. Es gibt naemlich zwei: Eines fuer Suresh (einen der Inder), der schon seit Monaten versucht, ein Visum fuer seine Familie zu ergattern und dort mit seiner Brut hausen soll und eines fuer den Rest.
Im Moment wohnt Larry in dem anderen Appartment alleine und Mark und ich in dem Grossen (wir haben drei Badezimmer, vier Schlafzimmer und ein riesiges Wohnzimmer, sowie eine Art Wintergarten):

Der Flug in der Business-Class war uebrigens sehr angenehm, ich nehme allerdings an, dass der Herr neben mir ein wenig von mir genervt war: Man hat naemlich sechs Knoepfe am Sessel, mit denen man allerlei anstellen kann (Sitz kippen, Fusserweiterung rein- und rausfahren, ein Kissen in der Lehne aufpusten, Sitz verlaengern und so weiter) und zudem noch einen Flachbildschirm, den man aus der Armlehne herauskramen kann. Ich konnte mich wie immer nich entscheiden und habe den Bildschirm bestimmt fuenf mal rein und rausgefummelt und den Rest der Zeit meinem Sessel justiert. Das eigentliche Pflichtprogramm in der Business-Class (sich moeglichst die teuersten alkoholischen Freigetraenke in die Birne zu kippen) habe ich mir allerdings verkniffen.
Heute morgen musste ich ja wie bereits beschrieben kalt duschen und war ohnehin etwas fertig mit der Welt nach der Nacht an der Schnellstrasse. Habe micht als Ausgleich extra fein gemacht und mir ein Hemd angezogen, hier der Beweis:

Wer sich wundert, warum ich am Sonntag schon so frueh auf den Beinen bin, sollte wissen, dass hier zum einen am Sonntag gearbeitet wird, dafuer wird hier der Freitag woertlich genommen und die Uhr ist hier immer schon eine Stunde weiter. Abgesehen davon war ich tatsaechlich schon kurz vor neun im Buero und zwar nach lokaler Zeit!
Soeben ist der neue Project-Supervisor von S1 aus Holland eingetroffen, na der wird hier bestimmt alles binnen Sekunden in Ordnung bringen, wie es aussieht. Leicht unsicherer Blick beim Begruessen der verschleierten Damen - der ist offensichtlich zum ersten Mal hier.