Sonntag, Juni 19, 2005

Cheng Du

Nachdem ich bereits gestern morgen um elf Uhr vormittags das Flugzeug bestiegen habe, sitze ich nun wohlbehalten aber hundemüde in meinem Hotelzimmer in Cheng Du. Eine nette Dame hat mir soeben meine IP-Adresse verraten und anstandslos in mein deutsches Windows eingetragen und so kann ich nun nach Herzenslust im Internet herumsurfen und eben auch schreiben.
Ich war schon sehr gespannt auf das Hotel, denn ich hatte ja S1 gebeten mir ein ruhiges Zimmer zu besorgen, alles andere sei zweitranging.
Und nun seht selbst was dabei herausgekommen ist (Blick aus meinem Hotelfenster):

Dienstag, Juni 14, 2005

Air China

Am Samstag soll ich nach China und dort ein Projekt für eine chinesische Bank begutachten.
Da ich ja dieses Jahr im Zeichen der Business-Class verlebe (siehe Aqaba), wollte ich auch für den Flug nach China in der Business-Class residieren. Statt dessen wurde mir ein Flug mit "Air China" gebucht, deren letzter Flugzeugverlust" zwar schon zwei Jahre zurückliegt, mir aber trotzdem der bloße Gedanke Angstschweiß auf die Stirne trieb, Mädchen wie ich bin.
Habe mich geweigert und gegen nun einen Flug mit BA. Lediglich in China muss ich mit Air China fliegen.
Visumsunterlagen (inklusive meines Reisepasses) habe ich auch schon abgeschickt und hoffe, dass alles bis Freitag wieder hier ist. Na mal sehen.

Wieder in Hamburg!

Bereits am Samstag bin ich wohlbehalten in Hamburg eingetroffen, nach einem kleinen Zwischenstop in London/Heathrow, wo ich den teuersten Burger meines Lebens erstanden habe: 10 Euro (habe zwar ein paar englische Münzen als Wechselgeld bekommen, aber was soll man denn damit anfangen??).
Es ist schon sehr erstaunlich, wie ruhig und grün Hamburg ist, wenn man aus Amman zurückkehrt. Bin auch gleich früh zu Bett und habe verdammt gut geschlafen nach all den Nächten an der Schnellstraße...
Am Montag ging's allerdings gleich wieder nach Hannover...

...zum AWD, dort sollte ich meine Telefonanlagenanbindung im Clusterbetrieb testen. Ich habe für die Anbindung eine Flash-basierte Server-Client-Kommunikation gebastelt, damit zum Beispiel bei eingehenden Anrufen sofort etwas in der HTML-Oberfläche passiert.
Leider muss das Ganze auch im Clusterbetrieb inklusive Load-Balancing per Apache funktionieren und da macht mein pfiffiger Flash-Port allerlei zicken. Um das Weblogic-Plugin zu überlisten, habe ich schon die Kommunikation als Http-Requests getarnt, aber irgendetwas läuft wohl immer noch nicht ganz rund.
Also: Rein in den ICE nach Hannover und wie immer ein Rührei mit Bacon plus Kaffee im Speisewagen verdrückt. Netter Nebeneffekt der Hannoverreisen ist, dass ich endlich einmal dazu komme, meine Zeit(ung) zu lesen, die ja sonst regelmäßig ungelesen in's Altpapier wandert.
Beim AWD habe ich mich dann auch gleich zu meinen kleinen Testtelefonen begeben, die für mich dort aufgebaut wurden:

Leider stellte sich recht bald heraus, dass die notwendige Datenbank von einem übereifrigen Mitarbeiter in der Zwischenzeit vernichtet worden war. So ging es dann bereits am Nachmittag zurück gen Hamburg...

Übrigens kann ich mich immer noch darüber amüsieren, dass sich AWD selbst als Finanzoptimierer bezeichnet und auch bereits am Zentralgehäuse damit prahlt, wie viel Geld der Kunden bereits "optimiert" worden sei:

Als Programmierer kennt man diesen Begriff ja eher aus dem Kontext, dass Dateien oder ähnliches auf ein möglichst winziges Maß geschrumpft werden :-)

Donnerstag, Juni 09, 2005

Krieg der Sterne

Ich war gestern im Kino, um mit Mark den neuesten Teil von Star Wars zu sehen.
Der Film lief in einem Kino in der "Mecca Mall", der Name ist hier Programm: Des Arabers heiligste Staette ist und bleibt doch der Konsumtempel. Sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Amerika eigentlich pfui ist. Ein Einkaufszentrum von derartigen Ausmassen gibt es bei uns nicht, lediglich in Singapur habe ich bisher aehnliches gesehen.
Dort gibt es eine erkleckliche Anzahl an Garkuechen verschiedener Nationalitaeten und eben ein Kino.
Mit je einer Tuete Popcorn und einer Cola ausgestattet ging es dann hinein in's Kinovergnuegen. Wir waren schon etwas spaet dran, die vermeintlichen Filmvorschauen liefen schon. Nach einer Weile stellte Mark fest, dass es sich aber keineswegs um eine Vorschau, sondern definitiv um den falschen Film handelte und wir uns tatsaechlich im falschen Kinosaal einquartiert hatten. Wir sind flugs in Kino 5 umgesiedelt, wo Star Wars schon begonnen hatte.
Was soll man zu dem Film sagen? Die Computeranimationen wirken selbst 30 Jahre nach bei weitem nicht so natuerlich wie die alten Charaktere und vor allem wirkt alles wie ein billiger 3D-Egoshooter. Die ganze Zeit fliegt eine Unmenge an durch Ctrl-C Ctrl-V erzeugter Muell durch das Bild. Letztlich ist das ganze wie schon die anderen neuen Teile nicht mit der alten Star Wars Trilogie vergleichbar. Immerhin wurde dieses Mal auf Jajabinx oder wie der dumme Hase aus dem ersten Teil hiess, verzichtet.
Als besonderer Leckerbissen wurde der Film auf einem in die Jahre gekommenen Projektor dargeboten, so dass die Filmmusik eierte wie auf einem uralten Kassettenrekorder. Dazu Handygeklingel und Telefonate der Mitsehenden, von Schamesroete keine Spur...

Dienstag, Juni 07, 2005

Sushi

Gestern abend gab es einen besonderen kulinarischen Leckerbissen:
Wir sind in das japanische Restaurant im Le Meridien gegangen und haben uns dort fuerstlich bekochen lassen.
Als Vorspeise gab es Sushi und als Hauptgang wurde dann direkt am Platz eine Kochperformance vom Feinsten dargeboten:

Es war irgendetwas zwischen Kleinkunst, rhythmischem Getrommel (mit den Gewuerzdosen) und Nahrungszubereitung.
Am besten hat mir gefallen, dass der Koch den Muell (leere Eierschalen und so weiter) in die Luft geschleudert und mit seiner Kochmuetze aufgefangen hat. Dafuer ist die also da!
Anschliessend haben wir noch ein paar Flaschen Wein geleert und primaer den zum Teil wirklich ganz amuesanten Geschichten von Thomas gelauscht.

Ich weiss jetzt zum Beispiel viele peinliche Details aus dem Leben von Emir Scheich Isa von Bahrain. Soll ein ganz dufter Typ sein:
Thomas war zusammen mit ihm auf einer Party und musste ihn am Ende nach Hause fahren, weil der Scheich nicht mehr fahrfaehig war. Am naechsten Tag kam ein Bote und ueberbrachet ihm als Dank den Ferrari samt Schluessel, damit Thomas fuer die Dauer seines Aufenthalts in Bahrain nach Herzenslust herumduesen konnte.

Montag, Juni 06, 2005

Unterhaltungsprogramm

Aqaba bietet nicht nur Erholung fuer geschwaechte Programmierer, sondern auch ein ausgefuchstes Unterhaltungsprogramm fuer die jung gebliebenen unter uns:

Pizza Hut?

Die Polizei versucht sich auch hier staendig in innovativen Ideen, um sich neue Geldquellen zu erschliessen. In Aqaba erwischte ich sie bei dem Versuch, einer grossen internationalen Pizzakette Konkurrenz zu machen:

"Geh zu ihr"...

..."und lass Deinen Drachen steigen" - so sangen die Puhdys ja bereits Anfang der 70er Jahre.
Frueh uebt sich, denkt sich auch dieser kleine Jordanier auf dem Parkplatz vor unserer Wohnung:

Endlich...

...habe ich das Internet gefunden! Viele sprechen heutzutage darvon, aber kaum einer weiss, wo und es sich gerade aufhaelt. Hier ein erster kleiner Hinweis:

Aqaba

Ueber das Wochenende sind Mark und ich nach Aqaba gefahren, der einzigen Stadt in Jordanien, die Zugang zum roten Meer besitzt. Dementsprechend befindet sich die Stadt ganz im Sueden des Landes, etwa 350 Kilometer von Amman entfernt.
Wir wollten uns erst ein Auto mieten, was sich aber sehr schnell als ein unbezahlbares Unterfangen herausgestellt hat: Fuer die zwei Tage haette man so etwa 350 Euro zahlen muessen, ganz abgesehen von der Schwierigkeit, die diversen Kreisverkehre lebend zu passieren.
Also sind wir mit dem Bus gefahren, da zahlt man fuer eine Strecke nur knapp fuenf Euro. Allerdings muss man verdammt frueh aufstehen, denn der erste Bus faehrt um sieben an der Busstation ab und dort muss man ja auch erst einmal hinkommen.
Wir sind dann so gegen halb sechs aufgestanden und mit unserem Krempel auf die Strasse hinaus. Selten erlebt man Amman in einem derart friedlichen und fast verschlafenen Zustand.
Nach einiger Zeit erbarmte sich ein Taxi uns aufzusammeln und zur Busstation zu befoerdern.

Mark hatte netterweise schon am Vortag unsere Karten reserviert. Da der Bus bis auf den letzten Platz besetzt war nehme ich an, dass wir ansonsten auch keine Chance gehabe haetten, noch einen Platz zu ergattern. Nachdem Mark die Karten erworben hatte...

...konnte es auch schon losgehen bzw. losfahren.
Schon bald stellte sich der grosse Vorteil unserer fruehen Reisezeit heraus: Die meiste Zeit der Fahrt haben wir schnarchend oder daemmernd verbracht, nur unterbrochen von den gelegentlichen Stopps des Busses.
Bei dem ersten Halt konnte ich eine verschleierte Frau sehen, die die beiden Fussmatten aus dem Busklo draussen zu entwaessern (bzw. enturinieren) versuchte. Entweder muss da etwas mit der Technik im Busklobereich durcheinander geraten sein oder vielleicht hatte sie auch ein Kind dabei, das hier als Verursacher eine Rolle gespielt hat.
Der zweite Halt war dann auch schon die Grenzkontrolle. Aqaba liegt in einer Freihandelszone und daher wird Ein- und Ausreise mehr oder weniger Streng kontrolliert.
Kurz nach der Passkontrolle erreichten wir dann auch schon Aqaba.

Unsere Herberge sollte das Radisson SAS sein und schon vor Betreten des uns zugewiesenen Schlafplatzes wurde ich wieder auf mein Schicksal aufmerksam gemacht:

Der Saal war aber nicht nur schick...

...sondern hatte auch noch Balkon mit Ausblick ueber die Hotelanlage zu bieten:

Um in Aqaba an's Meer zu gelangen, muss man sich in eines dieser Luxushotels einmieten.

Es gibt wohl auch irgendwo einen oeffentlichen Strand, aber der liegt so weit ausserhalb der Stadt, dass man nur mit einem Taxi dort hingelangt.
Freitag und Samstag haben wir mehr oder weniger am Strand herumgegammelt. Sehr angenehm.
Ich habe ein wenig im Meer herumgeplanscht, Musik gehoert...

...und in den Himmer geschaut.

Als Urlaubsform ist das natuerlich die Hoechststrafe, aber so fuer ein Wochenende will ich mich gar nicht beschweren.
Am Abend haben wir uns dann ein paar Getraenke in der Strandbar gegoennt und dem Sonnenuntergang zugesehen.

Abends haben wir noch ein Restaurant und ein paar Lokale der Stadt aufgesucht. Samstag dann wieder Strand und eine Besichtigung einer Ausgrabungsstaette...

Um fuenf ging es dann zurueck nach Amman, diesmal in einem abgetakelten Bus, der wohl mal irgendwann aus Deutschland importiert worden ist, wie ich mit messerscharfem Verstand anhand der deutschen Anzeigetafel fuer das (nicht mehr vorhandene) Busklo kombiniert habe.

Sonntag, Juni 05, 2005

Geschaeftsessen

Am Donnerstag Abend hatten wir ein echtes Geschaeftsessen:
Wir waren mit Thomas, dem Projektleiter von Seiten der Bank, und einem seiner Schergen beim indischen Restaurant im Intercontinental. Geschaeftsessen funktioniert so: Jeder versucht ein paar ausgelutschte Witze zum Besten zu geben und erzaehlt den ein oder anderen Schwank aus dem Berufsleben. Bevorzugt werden die wilden Eskapaden in Bezug auf Alkohol- und Damenkonsum feilgeboten. Der jordanische Scherge gab aus verstaendlichen Gruenden nur ein paar Witze zum Besten. Ich habe mich wie immer auf das Essen konzentriert und versucht herauszubekommen, was die Leute eigentlich dazu treibt, ein derartiges Leben zu fuehren.
Thomas kommt urspruenglich aus Irland und hat die letzten Jahrzehnte als Wanderarbeiter zugebracht. Die Bank hat ihn fuer unser Projekt fuer ein Jahr angeheuert.
Seine Karriere als Wanderarbeiter begann damit, dass er von einer Firma abgeworben wurde, die ihn fuer ein Projekt im Iran haben wollte. Man bot ihm das achtfache Gehalt und dieses obendrein steuerfrei, so dass er zusagte.
Die Flucht des Schah und damit einhergehendes Chaos machten dem Projekt dann aber den Garaus. Die Einheimischen dort haben wohl zunaechst versucht, soviel Benzin wie moeglich in Gefaessen aller Art zu bunkern. Thomas berichtete von einem Mann, der vor seinem Haus mit zwei Plastiktueten voll Benzin vorbeischlenderte - und das mit Kippe im Mund.
Um nicht doch noch steuerpflichtig zu werden, musste er von nun an weiterhin Jobs im Ausland suchen und ist wohl beinahe in jedem Land gewesen - und nun eben auch in Jordanien.
Ganz interessant zu sehen, wohin das alles fuehrt, wenn man nicht aufpasst...
Im Dezember hatte er hier im Buero einen Schlaganfall und wurde in's oertliche Krankenhaus gebracht. Obwohl er laut Mark die ersten Tag wohl nur noch einen Arm bewegen konnte, ist er jetzt schon wieder ganz gut beieinander, allerdings spricht er sehr langsam und stotternd. Nach nur sechs Wochen Auszeit war er uebrigens wieder im Buero.

Donnerstag, Juni 02, 2005

Wooden

Heute bin ich durch die pralle Mittagssonne in das andere Ende von "Al Shmeisani" gelaufen, dem Stadtteil in dem die Bank, sowie das Le Meridien und das Marriot liegen. Dieser Stadtteil ist einer der aeltesten Ammans, gleich nach dem eigentlichen Stadtkern und auch einer der begehrtesten.
Es gibt sogar eine Strasse, in der man zwischen den beiden Fahrspuren einen Abschnitt fuer Fussgaenger angelegt hat:

Dort fuehren gegen Abend die Jugendlichen ihre Skateboards gassi und allerlei Geschaefte gibt es dort auch, zum Beispiel einen Computerladen mit dem tollen Namen "Spassverzeichnis".

Mich fuehrte mein Weg allerdings direkt zum "Wooden Restaurant", einem angeblich italienischen Restaurant. Mich beschleicht dort hingegen regelmaessig das Gefuehl, in einer Zeitreise in die finstersten 80er versetzt worden zu sein. Wahrscheinlich liegt das an der Musik, dort lauft "Mood FM", ein lokaler Sender, der einen bunten Mix von Deep Purple, Doors und dergleichen mehr zu bieten hat. Heute wurde ich mit Dire Straits verwoehnt.
Aus dem Fenster konnte ich das fuer Amman typische "Deadlock"-Problem des Autoverkehrs studieren. Obwohl man oft minutenlang keinen Zentimeter vorwaerts kommt, wuerde hier niemand auf die Idee kommen, eine Distanz von sagen wir 500 Metern zu Fuss zurueckzulegen. Immer muss sofort ein Taxi oder das eigene Auto her.
Der Mann am Bildrand mit dem "Jordaniertuch" (rot/weiss... nicht zu verwechseln mit dem Palaestinensertuch, denn das ist schwarz/weiss) hat die Gunst der Stunde genutzt und erstmal einen spontanen Teeverkauf gestartet.

Mutig wie ich bin, habe ich das Essen von der Tagestafel gewaehlt...

...und habe es nicht bereut. Auch wenn die Mischung von Rindfleisch mit Champignons und Nudeln mit Knoblauchoel etwas ungewoehnlich ist, es hat ausgezeichnet geschmeckt und war zudem noch lieblich angerichtet:

Leider gibt es im "Wooden" keinen Alkohol, sonst waere es ein prima Laden, um dort einen Abend zu verbringen und sich ein wenig wie in einer Kneipe zu Schulzeiten zu fuehlen.
Auf dem Rueckweg bin ich meinen Lieblingsweg gegangen, der durch eine Strasse fuehrt, die ich sehr gerne mag, weil es dort so schoen gruen ist:

In dieser Strasse habe ich vor laengerem bereits ein schoenes Appartment entdeckt, das zu vermieten ist:

Deshalb hatte ich auch damals Mark gebeten, er moege mir Bescheid sagen, falls er wirklich eine Wohnung anmieten will, ich wuesste da was. Leider hat er es vorgezogen, das schoene Appartment an der Schnellstrasse zu beziehen wie Ihr ja bereits wisst.

Salat

Gestern bin ich ja mit dem festen Vorsatz nach Hause gegangen, meine Einkaeufe in Nahrung zu verwandeln. Leider habe ich mir unterwegs eine grosse Tuete Ceshew-Nuesse gekauft und sogleich verspeist, so dass ich eigentlich schon satt bei unserer Wohnung angekommen bin.
Nichtsdestotrotz habe ich mir einen Salat bereitet...

...und anschliessend verspeist.
Ich war ein wenig verwirrt, wie man das Gemuese hier waschen sollte, weil man das Wasser aus der Leitung ja nicht trinken kann und ich aber auch keine Lust hatte, die muehsam in die Wohnung geschleppten Wasserflaschen zum Waschen zu verwenden. Tja, das sind hier so die Probleme des Alltags.
Mark war derweil in der Sushibar im Le Meridien (wo auch schon Phil Collins und andere illustre Persoenlichkeiten bewirtet wurden) und hat sich dort von einem Aushilfskoch die Sushis zubereiten lassen.

Noch mehr Autos

Ein kleiner Nachtrag: Die Liebe zum Automobil wird hier auch vom Koenigshaus vorgelebt. Der beliebte aber mitlerweile verstorbene Koenig Hussein war ein ausgesprochener Autonarr und hat gerne und zum Teil wohl auch erfolgreich an der jaehrlichen Autoralley durch die Wueste teilgenommen. Der junge Abdullah II scheint auch hier in die Fussstapfen seines Vaters zu steigen.
Vor einiger Zeit waren wir im koeniglichen Automuseum, wo einige Dutzend Autos des ehemaligen Koenigs ausgestellt sind:

Da gibt es alles, was es wohl jemals an wertvollen Autos gegeben hat. Die armen Einwohner Ammans demonstrieren also mit ihrem testosterongesteuerten Gebahren auf der Strasse eigentlich nur ihre innige Liebe zum Koenig.
Wenn der Koenig durch die Strassen Ammans braust, dann sieht das ungefaehr so aus:

(Szene nachgestellt)

Mittwoch, Juni 01, 2005

Fuer die einen ist es Amman...

...fuer die anderen ist es die laengste Kartbahn der Welt!
Wie versprochen reiche ich noch schnell ein paar Anmerkungen und Bilder zum jordanischen Autowahn nach.
Hier fahren fast alle mit Autos herum, die wahrscheinlich bei uns in den 80ern nicht mehr durch den TUEV (natuerlich mit UE) gekommen sind:

In der regierungstreuen "Jordanien Times" las ich juengst, dass 80% der Autos bei einem Abgastest durchgefallen seien. Da frage ich mich: Wo haben die denn die 20% hergenommen, die da durchgekommen sind?
Die Kanntsteine am Strassenrand sind wie bereits beschrieben gelb-schwarz angemalt. Gelegentlich trifft man auch auf eine Strasse, die von Baeumen gesaeumt ist. So ganz romantisch haben die das hier noch nicht hinbekommen, aber ein Anfang ist gemacht:

Ich wollte so gerne einmal eine Taxifahrt durch einen der Kreisverkehre filmen, habe mich aber noch nicht getraut. Welche Verkehrsregeln im Kreisverkehr gelten, ist mir immer noch schleierhaft: Man faehrt scheinbar irgendwann los und hofft, dass die anderen rechtzeitig bremsen.

Champions

Abends war ich noch mit Mark und Larry in der Champions-Bar verabredet. Das ist die Hotelbar im Marriott-Hotel, wo immer Unterhaltung vom Feinsten geboten wird:
Entweder Karaoke oder Live-Musik mit Einheimischen, die Demo-Songs ihrer Keyboards abspielen und dazu singen. Gelegentlich druecken sie auch auf die Tasten, aber wenn sie zwischendurch mal an den Knoepfen rumfummeln, laeuft die Musik ohne erkennbaren Unterschied weiter, sehr verdaechtig.
Bevor ich in die Bar gegangen bin, musste ich erst einmal frisches Geld besorgen:

Erstaunlicherweise funktionert meine Karte von meiner Hamburger Bank problemlos und ich wurde mit etlichen Scheinen ausgestattet:


In der Bar war gestern alles friedlich, ich war schon um kurz vor zehn dort und habe mir ein Bier gegoennt, waehrend ich auf die anderen gewartet habe:

Um Euch einen kleinen Eindruck von der Bar zu vermitteln, habe ich einen Rundumblick fuer Euch vorbereitet. Man beachte die ausgefuchste Kamerafuehrung.
Der Abend war relativ unspektakulaer. Larry hat von seinen Migraeneproblemen berichtet. Der arme Kerl arbeitet einfach zu viel, aber morgen faehrt er Heim und hat zum erstem Mal seit zwei Jahren ein paar Tage frei. In Singapur gibt es vierzehn Tage Urlaub im Jahr, aber meistens werden die dann doch nicht genehmigt. Er hat jetzt 35 Tage angesammet, die naechten Monat verfallen.

Einkaufen

Gestern bin ich nach der Arbeit erst einmal einkaufen gegangen. Mark hatte mir eine Liste mit Sachen aufgeschrieben, die ihm so als dringend eingefallen sind:

Unter anderem Ketchup und alle Krieg der Sterne DVD's. Er hat naemlich unglaeubig festgestellt, dass hier kaum jemand die alten Star-Wars Episoden kennt. Im Moment laeuft ja der neueste Teil und die meisten der Einheimischen aus dem Team waren schon drin, aber eben ohne auch nur einen der alten Teile zu kennen.
Jetzt plant Mark einen grossen Star-Wars Abend bzw. Tag, an dem eben aus edukativen Gruenden alle Teile (vor allem die alten) geguckt werden muessen. Wir wollen aber warten, bis Rajesh wieder da ist, damit er die gesamte Mannschaft dabei bekocht.
Ich bin also zu Fuss zum C-Town Supermarkt gelaufen und habe dort versucht, einen sinnvollen Einkauf zusammenzustellen. Gar nicht so einfach, denn viele Dinge die es dort gibt, konnte ich nicht identifizieren...

...und habe mich deshalb auf wesentliche Dinge (Kinderschokolade, m&m's, Brot, Kaffee, Milch, Ketchup und so weiter) konzentriert.
An der Kasse waren dann drei Menschen damit beschaeftigt, aufgeregt durch die Gegend zu laufen, um Preise herauszufinden und alles in Plastiktueten zu verpacken. Anschliessend ist einer der Supermarktangestellten losgelaufen, um mir ein Taxi von der Strasse in die Tiefgarage des Supermarktes zu locken. Das nenne ich Service!
Irgendwie habe ich es dann auch geschafft, die sechs Tueten in unsere Wohnung zu bekommen und habe alles liebevoll eingeraeumt.
Den Kuehlschrank kann man jetzt grob in zwei Bereiche unterteilen. Den von mir bestueckten...

...und den Teil, der Marks Errungenschaften beherbergt:


Heute abend gibt es also einen Salat und Penne al Arrabiata (Fertigsosse mit frischen Tomaten und Zwiebeln verfeinert). Ich werde alles geben, um das uebliche Spielchen zu vermeiden: Gross Einkaufen und am Ende der Woche alles vergammelt aus dem Kuehlschrank holen und wegschmeissen.
Heute morgen konnte ich mir dank des herrlichen Einkaufs ein rudimentaeres Fruehstueck gredenzen:

Endlich wieder einmal Kaffee mit echter Milch! Hier gibt's ja sonst nur dieses fiese Pulver. Und eine der gesunden Bananen habe ich auch noch verspeist, ehrlich.