Um nach Hause zu kommen, habe ich mir von Mark die Adresse unseres Appartments in meinen kleinen Amman-Stadtplan einzeichnen lassen, weil ich dem Taxifahrer auf diese Weise klar machen wollte, wo er mich hinbringen sollte.
Als ich im Taxi sass, stellte ich nach langem Suchen fest, dass ich alte Knallbirne den Stadtplan oben im Buero vergessen hatte. Weil ich mir die Adresse ohnehin nicht merken konnte, blieb mir nichts anderes uebrig, als Mark anzurufen und dem Taxifahrer mein Handy in die Hand zu druecken, damit Mark ihm die Zielkoordinaten durchgeben konnte. Die Taxifahrer sprechen hier zumeist kein englisch oder nur sehr rudimentaer, aber irgendwie klappte es und ich wurde komfortabel heimgebracht.
Nach kurzem rumliegen auf dem Sofa ging es aber auch schon wieder zurueck zum Le Meridien, wo ich mich um acht im Foyer mit den anderen S1-ern verabredet hatte.
Das Le Meridien, in dem ich bei meinem letzten Aufenthalt fuer drei Wochen gewohnt habe, hat ein riesiges Foyer das liebevoll beschallt wird von einer blondierten Pianistin und einer absolut untalentierten Geigerin. Wahrscheinlich hat die irgendeine Pruefung an ihrer Hochschule im warsten Sinne des Wortes vergeigt und muss jetzt zur Strafe fuer den Rest ihres Lebens Abba und andere Hits im Foyer des Hotels fiedeln.
Nach dem Konsum einer kleinen Flasche Heineken sind wir dann im Taxi zum Romero, einem wirklich exzellenten italienischen Restaurant. Dort kann man jetzt auch draussen sitzen, zwischen allerlei Gruenzeugs, sehr angenehm.
Es gab - wie immer wenn wir dort sind - einheimischen Wein aus dem heiligen Land und allerlei Salate, Vorspeisen und gutes Essen.
Es ging dann auch gleich kommunikativ zur Sache: Der Project-Supervisor musste sich ersteinmal ein wenig als Alphatierchen profilieren und hat ueber die grossartige Partnerstrategie der Firma philosophiert: Man muss einfach immer nur die Besten der Besten von den Partnerfirmen wie etwa Accenture anheuern, in fiesen Auswahltests unter Zeitdruck aussieben und Lastwagenweise zu den Projekten karren, dann laeuft alles wie am Schnuerchen. Ich fand die Idee etwas schwach, weil das ja nicht gerade von Naechstenliebe zeugt und ich ja persoenlich eher ein Freund des harmonischen miteinanders bin, aber zum Glueck kann ich gefahrlos gegenanpoebeln, weil ich ja als Programmiererwurst nicht als natuerlicher Feind wahr- oder ernstgenommen werde.
Der Abend wurde dann aber immer netter, auch dank des Weines und einiger Sambuca, die uns spendiert wurden und schliesslich gings im Taxi heim.
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