Donnerstag, Juni 02, 2005

Wooden

Heute bin ich durch die pralle Mittagssonne in das andere Ende von "Al Shmeisani" gelaufen, dem Stadtteil in dem die Bank, sowie das Le Meridien und das Marriot liegen. Dieser Stadtteil ist einer der aeltesten Ammans, gleich nach dem eigentlichen Stadtkern und auch einer der begehrtesten.
Es gibt sogar eine Strasse, in der man zwischen den beiden Fahrspuren einen Abschnitt fuer Fussgaenger angelegt hat:

Dort fuehren gegen Abend die Jugendlichen ihre Skateboards gassi und allerlei Geschaefte gibt es dort auch, zum Beispiel einen Computerladen mit dem tollen Namen "Spassverzeichnis".

Mich fuehrte mein Weg allerdings direkt zum "Wooden Restaurant", einem angeblich italienischen Restaurant. Mich beschleicht dort hingegen regelmaessig das Gefuehl, in einer Zeitreise in die finstersten 80er versetzt worden zu sein. Wahrscheinlich liegt das an der Musik, dort lauft "Mood FM", ein lokaler Sender, der einen bunten Mix von Deep Purple, Doors und dergleichen mehr zu bieten hat. Heute wurde ich mit Dire Straits verwoehnt.
Aus dem Fenster konnte ich das fuer Amman typische "Deadlock"-Problem des Autoverkehrs studieren. Obwohl man oft minutenlang keinen Zentimeter vorwaerts kommt, wuerde hier niemand auf die Idee kommen, eine Distanz von sagen wir 500 Metern zu Fuss zurueckzulegen. Immer muss sofort ein Taxi oder das eigene Auto her.
Der Mann am Bildrand mit dem "Jordaniertuch" (rot/weiss... nicht zu verwechseln mit dem Palaestinensertuch, denn das ist schwarz/weiss) hat die Gunst der Stunde genutzt und erstmal einen spontanen Teeverkauf gestartet.

Mutig wie ich bin, habe ich das Essen von der Tagestafel gewaehlt...

...und habe es nicht bereut. Auch wenn die Mischung von Rindfleisch mit Champignons und Nudeln mit Knoblauchoel etwas ungewoehnlich ist, es hat ausgezeichnet geschmeckt und war zudem noch lieblich angerichtet:

Leider gibt es im "Wooden" keinen Alkohol, sonst waere es ein prima Laden, um dort einen Abend zu verbringen und sich ein wenig wie in einer Kneipe zu Schulzeiten zu fuehlen.
Auf dem Rueckweg bin ich meinen Lieblingsweg gegangen, der durch eine Strasse fuehrt, die ich sehr gerne mag, weil es dort so schoen gruen ist:

In dieser Strasse habe ich vor laengerem bereits ein schoenes Appartment entdeckt, das zu vermieten ist:

Deshalb hatte ich auch damals Mark gebeten, er moege mir Bescheid sagen, falls er wirklich eine Wohnung anmieten will, ich wuesste da was. Leider hat er es vorgezogen, das schoene Appartment an der Schnellstrasse zu beziehen wie Ihr ja bereits wisst.

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