Zum einen hatten mich die Jungs aus Muenchen gebeten, noch etwas fuer das AWD-Projekt zu bauen, zum anderen funktioniert endlich das warme Wasser (Juchhu!), so dass ich mich der Koerperpflege hingeben konnte.
Ich wurde dementsprechend heute im Buero auch mit freudigen Ausrufen wie "Oh, das Wasser geht wieder?" begruesst. Vielleicht war mein Eigengeruch und auch das aeussere Erscheinungsbild doch nicht so attraktiv wie ich mir das eingebildet hatte.
Heute morgen habe ich erst einmal geschaut, ob sich irgendetwas bezueglich der Baugrube hinter dem Haus getan hat. Aber: Alles immer noch grau, Bube. Da stehen jetzt lediglich ein paar Tanklaster herum und wild gestikulierende Einheimische waren zu erkennen. Vielleicht freuen die sich schon auf die kommende Tankstelle? Keine Ahnung:
Auf der anderen Seite, also vor dem Eingang unseres Hauses befindet sich uebrigens ein riesiger Parkplatz, der allen Autofahrern in Eimsbuettel Freudentraenen entlocken wuerde. Ich besitze ja nur ein Fahrrad (was mir hier drueben uebrigens keiner glaubt, alle denken ich mache Witze), aber fuer die Autofahrer daheim habe ich trotzdem einmal ein Foto von diesem Prachtstueck geschossen:
Gestern fragte mich Mark, ob ich nicht doch noch laenger fuer das Jordanienprojekt arbeiten wolle. Er hatte die Idee, mich fuer eine oder zwei Wochen nach Amerika zu den Kernentwicklern zu schichen, so dass ich dann fuer ihn in Hamburg eine Produkterweiterung zu bauen in der Lage waere. Klingt ganz gut: Die komischen Einwohner der USA wollte ich mir schon immer einmal aus der Naehe ansehen und in Hamburg in meiner Kueche arbeiten, finde ich ja sowieso gut.
Erstaunlich, was einem so angeboten wird, wenn man einfach nur sagt, dass man nicht mehr arbeiten will... Verdammt clevere Strategie, sollte ich vielleicht mal der angehenden Kanzlerin Angela vorschlagen, um das Problem der Arbeitslosen in den Griff zu bekommen (man merkt, die Arbeit hier drueben besteht wie auch zu Hause zum grossen Teil aus Spiegel-Online lesen, daher bin ich wie immer absolut auf dem Laufenden).
Da es also absolut nicht spannenden zu berichten gibt, kann ich Euch ja mal an meinem langweiligen Alltag teilhaben lassen:
Also, nachdem man hier im Buero ankommt, macht man sich ersteinmal einen Kaffee. Dazu wird einer der bereits erwaehnten aufgeschaeumten Einweg-Plastikbecher verwendet und mit einem Einweg-Plastikloeffel etwas Instant-Kaffee und Milchpulver eingefuellt. Jeder Tag werden auf diese Weise Unmengen dieser Becher und Loeffel vernichtet:
Anschliessend wird dann etwas heisses Wasser aus dem Wasserspender hinzugefuegt...
...fertig.
Gestern habe ich angefangen, mir die Sachen von dem Inder einmal naeher anzugucken. Meine Ehrfurcht und Angst vor den programmierenden Massen aus Indien ist daraufhin noch weiter gesunken. Was der da in ungefaehr acht Wochen verzapft hat, habe ich gestern komplett neu gebaut... insgesamt so ungefaehr 50 Programmzeilen. Naja, er hat auch noch einige Zeit damit verbracht, alles toll zu dokumentieren und zudem haessliche PowerPoint-Praesentationen zu erstellen, in dem sein Werk fuer die Bank angepriesen wird. Funktionierte nur eben leider trotzdem nicht.
Ob das also eine tolle Idee ist, dass alle Firmen ihre Softwareentwicklung nach Indien verlagern, wage ich dementsprechend zu bezweifeln.
Ich will mich aber gar nicht beklagen, denn der eine der Inder ist sehr lustig und kocht gut und gerne, von daher bin ich persoenlich ein Freund der Globalisierung ;-)
1 Kommentar:
Lustig ist, dass das Fenster genau so aussieht wie die Bürofenster in Singapore - merkwürdig. Stellte sich mir gleich die Frage: wie stehts mit dem Wetter - Temperatur und so? Das muß noch kommen...
Viel Spass auch weiterhin - hoffentlich fangen nicht irgendwann die Leute von S1, die Inder oder awd an zu jammern wegen der Seite.
Ansonsten wächst schon Deine Blog-Fangemeinde :-)
Kommentar veröffentlichen